Home / International / Stutthof-Prozess: Zeuge umarmt ehemaligen KZ-Wachmann

Stutthof-Prozess: Zeuge umarmt ehemaligen KZ-Wachmann



Panorama Stutthof-Prozess

"Ich werde ihm vergeben" – Zu den Bewohnern des Konzentrationslagers gehört der ehemalige SS-Wachmann

| Lesezeit: 2 Minuten

Bruno D. ̵

1; Stutthof war ein "Ort des Terrors"

Der inzwischen 93-jährige Bruno D. war SS-Wachmann im KZ Stutthof. Im Prozess gegen ihn hat er sein Mitgefühl für die Häftlinge in den Konzentrationslagern zum Ausdruck gebracht. Sein Standort Stutthof bei Danzig war ein "Ort des Terrors".

Es ist eine große Geste: Während des Prozesses gegen einen ehemaligen SS-Wachmann umarmt ein Beschwerdeführer den Angeklagten. Er wollte den 93-Jährigen abstellen, sagt der Zeuge aus den USA. Ein emotionaler Moment für beide Männer.

Im Hamburger Prozess gegen einen ehemaligen Wachmann im KZ Stutthof hat ein Zeuge aus den USA am Dienstag den 93-jährigen Angeklagten Bruno D. umarmt. Nach seiner Aussage als Zeuge und Beschwerdeführer trat der 76-jährige Moshe Peter Loth an den im Rollstuhl sitzenden Angeklagten heran.

Er sagte zu den Zuschauern: "Wir sehen uns alle! Ich werde ihm vergeben." Dann umarmten sich die beiden Männer. Nach dem Prozess sagte Loth, dass beide geweint hatten.

Loth hatte den Angeklagten im Gerichtssaal nach seiner Zeit im Lager Stutthof befragt. Ob er vorher in der SS gewesen war, welche Waffen er benutzt hatte und was er nach seiner Zeit im Konzentrationslager getan hatte. Nach ein paar Minuten wurden die Fragen emotionaler: "Wie geht es Ihnen heute? Bereuen Sie etwas?" Ja, natürlich, antwortete D. Er bereut alles, was damals passiert ist. Er hatte damals keine Gelegenheit, etwas gegen das Leiden zu unternehmen. Schließlich bat Loth den Angeklagten, ihm in die Augen zu schauen und fragte: "Würdest du mir vergeben? Für den Hass und die Wut, die ich zeitweise gegen die Deutschen hatte?" (NSDAP), München 7.10.1900 – (Selbstmord) bei Lüneburg 23.5.1945. – Himmler (fünfter von links) begrüßt während eines Besuchs im KZ Stutthof die SS-Wachmannschaft. – Foto, 23. November 1941. “/>

"Sicher, ich habe keinen Hass", antwortete der Angeklagte. Dann ging Loth um den Tisch herum und umarmte den ehemaligen SS-Mann. "Jetzt bin ich frei", sagte Loth, als er zu seinem Platz zurückkehrte. "So befreie ich mich."

Die Angeklagten werden in 5230 Fällen des Mordes angeklagt. Vom 9. August 1944 bis zum 26. April 1945 soll er als SS-Wächter "die heimtückische und grausame Ermordung insbesondere jüdischer Gefangener" unterstützt haben. Es war Teil seiner Aufgabe, Flüchtlinge, Aufstände und die Freilassung von Gefangenen zu verhindern, so die Staatsanwaltschaft.

  93-jähriger ehemaliger SS-Wachmann, sein Anwalt Stefan Waterkamp (l) und Peter Loth (2.vl), Rechtsanwalt aus dem US-Bundesstaat Florida

93-jähriger ehemaliger SS-Wachmann , sein Anwalt Stefan Waterkamp (l) und Peter Loth (2.vr), Mitanwalt aus dem US-Bundesstaat Florida

Quelle: dpa / Christian Charisius

Der in Florida geborene Zeuge gab Zeugnis, dass seine jüdische Mutter festgenommen worden war am 1. März 1943, als sie im dritten Monat mit ihm schwanger war. Sie gebar ihn in Gefangenschaft. Beide wurden 1944 in das Konzentrationslager Stutthof bei Danzig verlegt. Am Ende des Krieges wurde er von seiner Mutter getrennt. Nach seiner Kindheit und Jugend in Polen kam er über Deutschland nach Deutschland. Loth ist nach eigenen Angaben D nicht bekannt.


Source link