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Offshore-Windkraft: Nabu warnt vor "Industrieparks" in Nord- und Ostsee



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Naturschützer warnen vor "Industrieparks" in Nord- und Ostsee

| Lesedauer: 3 Minuten

Ausbau der Windenergie nimmt immer mehr zu

Genehmigungsreserve, Platzmangel und Bevölkerungsproteste: Die Expansion der Windenergiebranche in Deutschland hat sich weiter verlangsamt. Alleine im Jahr 2017 wurden fast 30.000 Stellen gestrichen.

Die Nabu Conservation Association unterstützt grundsätzlich den Ausbau der Offshore-Windenergie. Aber der Umfang und die Anzahl der Pflanzen verursachen Umweltbedenken – schließlich ist die Natur der Nord- und Ostsee bereits schlecht.

B Der Ausbau der Windenergie in Nord- und Ostsee droht laut Naturschutzbund (Nabu) Umweltrisiken in den Hintergrund zu rücken. "Ich habe das Gefühl, die Windindustrie und Teile der Politik hätten gerne eine Freikarte", sagte Nabu-Meeresschutzexpertin Kim Detloff, die deutsche Presseagentur. Angesichts neuer Expansionsziele besteht das große Risiko, dass die Geschwindigkeit steigt, bevor Qualitäts- und Windparks am falschen Ort errichtet werden. "Die Energiewende ist kein Anreizprogramm für ungeschickte Werften und Küstenländer."

Die norddeutschen Bundesländer und die Bundesregierung hatten Anfang Oktober angekündigt, die installierte Offshore-Windleistung von derzeit rund sieben Gigawatt bis 2030 auf bis zu 20 Gigawatt zu erhöhen. Nabu hat sich zusammen mit anderen Umweltorganisationen dieses Ziel gesetzt, jedoch nur im Rahmen der ökologischen Nachhaltigkeit.

Der niedersächsische Minister für Umwelt und Energie, Olaf Lies, hat ein besonderes Tempo vorgegeben: Nach seinen Aussagen könnten die Ausschreibungen für die extra gezielte Leistung im Jahr 2023 beginnen, und 2027 soll mit dem Bau der Anlage begonnen werden. Perspektivisch sei sogar ein Potenzial von 50 Gigawatt in der deutschen Nordsee denkbar, sagen SPD-Politiker. Erneuerbare Energien sind schließlich auch ein wirtschaftlicher Motor.

"Sie sind Umweltminister und keine Finanzminister mehr."

Detloff hat ein gewisses Maß an Verhältnis zu solchen Ankündigungen: "Manchmal möchte ich, dass Herr Lies in Niedersachsen auf die Beine kommt und sagt: Sie sind Umweltminister und keine Finanzminister mehr "Wie viele Windkraftanlagen die Nord – und Ostsee vertragen, lässt sich heute nicht sagen. Dies wird derzeit untersucht, sagt Detloff. In Szenarien mit 50 Gigawatt oder mehr gibt es jedoch "Industrieparks, aber keine gesunde Natur mehr vor der Tür".

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Auf politischer Seite ist Offshore ein wichtiger Baustein für den Klimaschutz. "Wir tun dies, um die Energiewende abzuschließen und die Klimaschutzziele zu erreichen", sagte Lies. Die Bundesregierung will den Anteil des Ökostroms in Deutschland von knapp 40 Prozent im Jahr 2030 auf 65 Prozent steigern. Darüber hinaus schafft Windenergie Meeresspiegel und Arbeitsplätze an der Küste.

Detloff warnt davor, Klimaschutz und Artenschutz gegeneinander zu spielen. Schutzgebiete für einzelne Arten sind durch Offshore-Windkraft bereits unbrauchbar geworden. In der Deutschen Bucht sind beispielsweise zwei Drittel von einem Vogelschutzgebiet betroffen.

Der Nord- und der Ostsee geht es bereits heute gut

"Es ist wohl naiv zu glauben, dass die Natur keinen Preis für den Klimaschutz zahlen muss", räumte der Nabu-Experte ein. "Aber wir müssen die Auswirkungen minimieren."

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Der Nord- und Ostsee geht es bereits heute schlecht. Daher ist es notwendig zu hinterfragen, wie viel das Meer vollständig verträgt. "Wenn die Energiewende für uns am wichtigsten ist, müssen im Gegenzug andere Verwendungszwecke wie Fischerei, Schifffahrt und Bergbau beiseite gelegt und stärker reguliert werden, um die Natur nicht zu überlasten", sagte Detloff.


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