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Nach gezielten Morden: Angst vor dem neuen Krieg in Gaza



Nach der gezielten Ermordung eines Führers radikaler Islamisten in Gaza traf eine Rakete israelische Standorte. Der Islamische Dschihad spricht von einer "Kriegserklärung". Die Eskalation gibt Anlass zu internationaler Besorgnis.

Israels gezielte Ermordung eines islamistischen Führers im Gazastreifen droht eine neue Eskalation des Nahostkonflikts. Militärische Palästinenser reagierten auf den Tod von Baha Abu Al Ata und seiner Frau mit massiven Raketenangriffen auf israelische Standorte. Nach Angaben des israelischen Außenministeriums wurden mehr als 150 Raketen abgefeuert.

60 Raketen wurden vom Iron Dome-Abwehrsystem abgefangen. Weitere gezielte Luftangriffe im nördlichen Gazastreifen töteten zwei Dschihad-Mitglieder, die Berichten zufolge Raketen auf Israel abfeuern wollten. Die Sirenen hörten auch mehrmals in Tel Aviv, Explosionen waren zu hören.

Erhöhte Wachsamkeit in Israel

Israels neuer Verteidigungsminister Naftali Bennett antwortete mit der Ankündigung einer erhöhten Wachsamkeitsbereitschaft. Für alle Gemeinden im Umkreis von 80 Kilometern um den Gazastreifen erklärte er eine 48-stündige "Sondersituation", berichteten israelische Medien. Dies gilt auch für Jerusalem. Bennett beschrieb es als "sehr wahrscheinlich, dass Zivilisten angegriffen werden".

Raketen aus dem Gazastreifen feuerten israelische Medienberichte direkt auf Häuser in Netivot und Kerem Shalom im Süden Israels und auf einer verkehrsreichen Autobahn südlich von Tel Aviv ab. Laut Ärzteteam Magen David Adom erlitten rund 40 Israelis bei Raketenangriffen Verletzungen.

In Israel wurden Schulen und Büros von Süden nach Zentrum geschlossen. Medienberichten zufolge wurde der Zugverkehr in der Nähe des Gazastreifens teilweise eingestellt. Nach Angaben der Armee übertrug die Armee mehr Truppen in das Grenzgebiet. Die beiden Grenzübergänge Israels nach Gaza bleiben vorerst geschlossen.

Internationale Angst vor dem neuen Gaza-Krieg

Die Eskalation erzeugte Angst vor einem neuen Gaza-Krieg und weckte internationale Besorgnis. Nach Angaben der Medien berichten Ägypten und die Vereinten Nationen hart hinter die Kulissen, um die Situation zu beruhigen.

Die Europäische Union forderte ein sofortiges Ende der Raketenangriffe im Gazastreifen und eine rasche Erklärung der Lage zum Schutz des Lebens von Israelis und Palästinensern. "Es gibt keine Rechtfertigung für Gewalt gegen unschuldige Zivilisten", sagte das Außenministerium. "Wir fordern Sie auf, maximale Zurückhaltung zu üben und die Gewalt zu stoppen." Der Kreml rief auch zur Zurückhaltung "aller Konfliktparteien" auf.

Tagesschau berichtete am 1

2. November 2019 um 12.00 Uhr über dieses Thema.


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