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Mercedes GLE – unterwegs mit Hutware – Auto & Handy



Derzeit sind SUVs die meistverkauften und umstrittenen Autos in Deutschland. Kritiker sind vor allem der fünf Meter lange Koloss. Als Fahrer spürt man es deutlich.

Es ist eine jener G-Schichten, die sehr schwierig und unsinnig sind. Wie Mercedes in Steyr ein vielseitiges Nutzfahrzeug entwickelte – und dann auf einer Rennstrecke das "leichte Geländewagen" präsentierte. Vierzig Jahre sind vergangen, und vieles, was wir auf unseren Straßen sehen, sind die langfristigen Folgen dieses fliegenden Transporters. Nicht nur Förster, Jäger oder Militär konnten sich für das G-Modell erwärmen. Was für den professionellen Einsatz geplant war, brachte bald immer mehr Privatpersonen bequem zu Skihütten, Surfern in den Dünen oder zum Mountainbiken am Rande der Alpen. Schließlich wurden die Wildtypen mit den großen Pantoffeln zu einem städtischen Ärgernis: Die SUVs entwickelten sich zu einem umstrittenen Symbol der Freizeitgemeinschaft.

An der Ampel werden Sie mit eisigen Blicken bestraft ̵
1; oder geradeaus geschnitten.

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Von Georg Kacher


Die Bedeutung und der Zweck einer solchen universellen Motoreinheit, die "kompromisslose Straßen- und Geländetauglichkeit" und "größtmögliche Einsatzvielfalt" vereint, ist unbestreitbar. Nicht so bei den Ingenieuren für die (deutschen) Premiummarken. Pioniere wie Mercedes, Range Rover und BMW haben die Nonsens-Kreuzung zwischen Sportwagen, Schneemobilen und Lieferwagen in immer neue Höhen getrieben – einfach, weil sie es technisch konnten. Und da Kunden auf der ganzen Welt viel Geld für die luxuriös ausgestatteten Stadt-SUV ausgeben. Solche "leichten" Nutzfahrzeuge stehen in den USA lange Zeit an der Spitze der Zulassungsstatistik, im August waren es in Deutschland: Erstmals SUV mit der Kompaktklasse, dem bislang stärksten Segment. Aber der Begriff ist als Kaugummi dehnbar. Da das Kraftfahrtbundesamt alle "Geländefahrzeuge" klassifiziert, die nicht ausdrücklich als Geländefahrzeuge zugelassen sind, gilt heute fast jedes Auto mit etwas höheren Sitzen als SUV.

Wo die wahrgenommene Grenze des "Stadttanks" oder "Klimakillers" (Greenpeace) überschritten wird, kann man in München lernen. Wer mit dem Mercedes GLE ein ganz großes Stück vom Asphaltkuchen schneidet, wird von den meisten Radfahrern an der Ampel mit eisigem Aussehen bestraft. Sie bleiben aber in sicherem Abstand von der Motorhaube, die so hoch ist, dass nicht nur Kinder oder liegende Fahrer vollständig dahinter verschwinden. Offensiver ist der Fahrer eines schwarzen Kleinwagens mit einem rekordverdächtigen Atomkraft-No-Thank-You-Aufkleber. Nach dem Motto: "Wer auftaucht, ist schuld" schießt der Zwerg des Autos an einer mehrspurigen Kreuzung extrem nah an den fast doppelt so schweren Tech Goliath heran. Selbstverteidigungszwang kann man so nennen: Viele Stadtbewohner fühlen sich von dem fünf Meter langen Monster-SUV provoziert.

  Mercedes GLE

Der große Frontbereich stört im Gelände weniger. Auf der Autobahn wirkt es allen Anspannungen zusammen mit dem hohen Gewicht entgegen.

(Foto: Mercedes)

GLE liefert ein perfektes Feindbild. Mit sieben Sitzen könnte er fast als Kleinbus durchkommen. Seine prächtige Leder- und Technikausstattung, darunter Massagesessel, zeigt jedoch, dass er ein kleinerer Familiendaxi als rollendes Wohnzimmer für die exklusiven Reisenden und Pendler werden möchte. Es überrascht nicht, dass ein solcher Luxus-Camper eine Hommage an das Beschleunigen und Tanken erfordert. Selbst der GLE 350 d 4MATIC mit dem neuen Sechszylinder-Diesel benötigt gut neun Liter auf 100 Kilometer. Der 200 kW (272 PS) starke Reihenmotor verfügt über ein Mild-Hybrid-System, das sich bei kleineren Modellen als echte Weiterentwicklung der Kraftstoffeinsparung erwiesen hat. Das zusätzliche 48-Volt-Bordnetz liefert zudem die Energie für eine aktive Wankstabilisierung: Die 2,3-Tonnen-Trommel lässt sich bequemer als erwartet bewegen. Trotzdem fühlt sich der 1,80 Meter große und über einen halben Meter breite Koloss vor den Toren der Stadt nur halbwegs normal an. Da SUVs auf dem Landparkplatz bereits in der Mehrzahl sind, fällt der GLE dort nicht auf.

Mit dem 2,5-Toner in die Stadt? Dank des Plug-in-Hybrids sollte dies umweltfreundlich sein

was uns zum zentralen Paradoxon eines solchen Blechs führt. Ihre Vorteile spielen die Autos mit eingebautem Widerspruch, wenn überhaupt nicht, dann nur auf endlosen (Autobahn-) Passagen oder im unwegsamen Gelände. Da dies in Deutschland normalerweise für den Privatverkehr gesperrt ist und niemand seinen 100.000-Euro-Geländewagen abkratzen möchte, pendeln viele Luxusautos nur vom Land in die hoffnungslos engen Innenstädte, wo sie überhaupt keinen Mehrwert bieten – wirklich nicht für andere Verkehrsteilnehmer. Diese Absurdität wird sich auch dann nicht ändern, wenn Sie den Monster-SUV auf die Ladeleitung nehmen. Da Mercedes die CO₂-Flotte zumindest auf dem Papier kaum erreichen kann, gibt es den GLE jetzt auch als Plug-In-Hybrid mit Vierzylinder-Diesel und 31,4 kWh Batterie. Nochmals zur Sinnfrage: Diese stattliche Batteriekapazität reicht aus, um kompakte Batteriefahrzeuge wie den E-Golf oder den mehrere hundert Kilometer langen BMW i3 rein elektrisch zu fördern.

Im Mercedes-Hybrid soll die 200-Kilogramm-Batterie mindestens 99 Kilometer (laut WLTP) ermöglichen. Die ersten Ausfahrten im Stadtverkehr zeigen, dass dieser Wert nicht wirklich realistisch ist. Etwa 80 Kilometer SUV sind es aber schon weit, wenn man im Stop-and-Go-Verkehr dort in der "Elektro" -Fahrstellung rollt. Ein weiteres Thema ist das Gefühl, ständig vor Ort zu sein, denn weder Park- noch Stadtfahrspuren passen zu den Abmessungen dieses SUV. Das Wichtigste ist, dass Sie "lokal emissionsfrei" unterwegs sind, wie es so schön heißt. Ein praktisches Problem Mercedes hat zumindest den GLE-Hybrid gelöst. Im Gegensatz zu früheren Stuttgarter Plug-In-Modellen hat der SUV keinen Buckel im Kofferraum. Dank einer neuen Hinterradfederung passt der Akku jetzt vollständig unter die Rücksitzbank.

Das Fahrverhalten des Teilzeitstroms unterscheidet sich sehr wenig von dem des anderen Brenners. Die treibende Kraft von insgesamt 700 Newtonmetern mit einer Systemleistung von 320 PS treibt die zweieinhalb Toner richtig schnell vorwärts. Im sauberen Batteriebetrieb können Sie bis zu 160 Stundenkilometer fahren. Dies ist jedoch ebenso verschwenderisch wie jede schnelle Bewegung mit der Widerstandsfläche auf einer Straßenoberfläche. Einmal zu fest aufs Pedal getreten, und schon kündigt Diesel lautes Gebrüll an.

Genau das ist das Problem mit dem Plug-In-Konzept: Wenn (Fern-) Autos nicht im Stakkato-Tempo an der Stromleitung hängen und die manchmal sportlich unterwegs sind, dann sind die schönen Umweltgesetze nichts wert. Für den GLE 350 ist es also kein Problem, den Dieselverbrauch in zweistellige Bereiche zu treiben. Dennoch wird der Plug-in-Hybrid vermarktet, der aussieht wie ein sauberes Batteriefahrzeug. Preise Mercedes setzt voraus, dass Strom noch nicht teilnimmt. Da Sie sich aber bereits mit der sauberen Dieselvariante für mindestens 70.000 Euro zufrieden geben müssen, dürfte das Plug-In einige tausend Euro teurer sein. Dafür bekommt man bereits ein sauberes Elektroauto der Oberklasse – das braucht es auch als SUV unbedingt.

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