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Kopfschmerzen und Gedächtnis verschwinden mit Covid-19-Kursen



Es ist mittlerweile allgemein anerkannt, dass Sars-CoV-2 nicht nur die Lunge vieler infizierter Personen belastet. Coronavirus manifestiert sich in vielen anderen Organen. Zuerst bemerkten Forscher und Ärzte Spuren in der Niere, dann wurde die Leber hinzugefügt, gefolgt vom Herzen. Mitte des Jahres kam ein weiteres Organ in den Fokus: das Gehirn. Die Beziehung zwischen dem Eintritt von Viren in den Körper und dem Zentralnervensystem ist den Forschern jedoch immer noch ein Rätsel.

Mit fortschreitender Pandemie gibt es jedoch immer mehr Anzeichen dafür, dass das Virus das Gehirn infizierter Menschen befällt. Pathologen auf der ganzen Welt finden Spuren von Viren im Gehirn des Verstorbenen. Eine wachsende Anzahl infizierter Patienten berichtet über neurologische Symptome wie Kopfschmerzen, Schwindel, psychische Probleme, Gedächtnisverlust ̵

1; manchmal Wochen bis Monate nach einer akuten Infektion. Ärzte in Kliniken beobachten Enzephalitis, Nervenschäden und Schlaganfall bei schweren Covid-19-Patienten.

Wege des Coronavirus im Körper: Infektion oder Entzündung?

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Aber was genau passiert im Körper, wie gelangt Sars-CoV-2 ins Gehirn? Es wurde nachgewiesen, dass das Virus hauptsächlich über sogenannte ACE-2-Rezeptoren (Proteine) in Körperzellen gelangt. Je nachdem, wie viele davon im Organgewebe vorhanden sind, manifestiert sich das Virus auch dort. Bisher sind sich die Forscher jedoch nicht sicher, wo im Körper und in welcher Dichte. Bisher ist auch unklar, ob das Virus selbst das Gehirn angreift oder ob die neurologischen Symptome darauf zurückzuführen sind, dass das Immunsystem durch die Infektion überstimuliert wird.

Es ist wichtig herauszufinden, sagen Immunbiologen von der Yale School of Medicine. Insbesondere angesichts der Tatsache, dass derzeit eine Idee über den langfristigen Folgeschaden entsteht, den eine Covid 19-Infektion haben kann. Immerhin: In verschiedenen Experimenten haben amerikanische Forscher nun erstmals konkrete Beweise dafür gefunden, dass mit Covid-19 assoziierte neurologische Symptome mit einer direkten Virusinvasion des Zentralnervensystems verbunden sind und dass Sars-CoV-2 Nervenzellen direkt infizieren kann. Dies geht aus einer noch nicht evaluierten Studie hervor, die Anfang September auf dem Preprint-Server Biorxiv veröffentlicht wurde.

Informationen über Hirnschäden nur aus der Klinik

“Insbesondere zeigen unsere Experimente, dass das Gehirn ein Ort mit hohem Replikationspotential für Sars-CoV-2 ist”, schreiben die Forscher. Es greift auch benachbarte Zellen an – viel aggressiver als andere bisher bekannte Infektionskrankheiten wie Zika. Sie verwendeten drei Methoden für ihre Ergebnisse: Sie infizierten Mäuse und menschliche Organoide (eine organähnliche Mikrostruktur mit Stammzellen) mit dem Virus. Sie untersuchten auch Menschen, die an oder mit dem Coronavirus gestorben waren. US-Forscher der University of San California kamen Ende Mai zu ähnlichen Ergebnissen, die auch im Preprint veröffentlicht wurden.

Die Wege des Virus im Körper wurden aufgrund unzureichender Studien noch nicht im Detail untersucht. Die Datensituation zeigt auch nicht, inwieweit Menschen, die weniger schwer krank sind, aber noch mit Sars-CoV-2 infiziert sind, betroffen sein können. Bisher wurden nur Einzelstudien an Krankenhauspatienten durchgeführt.

In einer Studie mit britischen Patientendaten berechneten die Forscher beispielsweise die Wahrscheinlichkeit eines Krankenhausaufenthaltes und damit schwerer kranker Covid 19-Patienten, die schwerwiegende neurologische Komplikationen entwickeln. Von den 125 in der Studie untersuchten Personen erlitten 62 Prozent Hirnschäden – was zu Schlaganfällen und Blutungen führte. 31 Prozent litten unter psychischen Verwirrtheitszuständen oder Schwellungen im Gehirngewebe. Zehn der untersuchten Probanden entwickelten eine Psychose.

Ähnliche Beobachtungen wurden bei etwa 500 Krankenhauspatienten in Wuhan und Hubei, China, gemacht – etwa die Hälfte von ihnen litt an neurologischen Symptomen wie Schwindel, Konzentrationsschwierigkeiten, Geruchs- und Geschmacksverlust, Krampfanfällen, Schlaganfall und Schwäche. Eine Studie wurde Mitte Juni in der Zeitschrift “Annals of Neurology” veröffentlicht.

Covid-19 ist mehr als eine Lungenerkrankung

Ein Anfang Juli in The Lancet veröffentlichter Bericht geht angesichts der Anzahl der weltweit registrierten Patienten mit neurologischen Störungen nicht von einem Massenphänomen aus. “Der Anteil der Infektionen, die zu neurologischen Erkrankungen führen, dürfte gering bleiben”, prognostizieren die Forscher. Angesichts der weltweit wachsenden Zahl von Fällen ist jedoch mit einer hohen Gesundheitsbelastung sowie sozialen und wirtschaftlichen Kosten im Vergleich zur Zeit vor Corona zu rechnen.

Das Robert Koch-Institut hat jetzt neurologische Symptome in sein Profil für Sars-CoV-2 aufgenommen. “Covid-19 kann sich auf viele Arten manifestieren und nicht nur in der Lunge, sondern auch in anderen Organsystemen”, schreibt das National Board of Health. “Kopfschmerzen, Schwindel und andere Exazerbationen, die auf neuroinvasive Eigenschaften des Virus hinweisen, werden als neurologische Symptome beschrieben.” Da das Virus neu ist, können noch keine eindeutigen Aussagen über Langzeiteffekte und Folgeschäden gemacht werden.


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