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Die Frau, die gegen Alzheimer immun ist



Die Hoffnung auf ein Alzheimer-Medikament steigt wieder – auch dank der Schweiz. Dank eines 70-jährigen Kolumbianers haben US-Forscher einen weiteren Durchbruch in der Forschung erzielt.

Bruno Knellwolf

Manchmal entsteht Hoffnung, aber auch nach 30 Jahren Forschung gibt es keine wirksame Alzheimer-Medizin auf dem Markt. Die Zeitschrift "Nature Medicine" kündigt nicht die Ankunft eines neuen Medikaments an, sondern einen hoffnungsvollen Durchbruch in der Forschung.

Der Grund dafür ist die Entdeckung einer Frau, die gegen Alzheimer immun ist. Forscher der Harvard Medical School haben einen 6.000-köpfigen Familien-Clan in Kolumbien untersucht, der die Alzheimer-Krankheit verbreitet hat. Aufgrund der genetischen Veranlagung erkranken Familienmitglieder bereits im Alter von 40 bis 50 Jahren und das seit mehreren Generationen. Einige bleiben länger verschont, aber alle Clanmitglieder sind genetisch betroffen.

Keine Demenz. trotz Alzheimer-Gen

Amerikanische Wissenschaftler haben bei der Untersuchung von 1200 Familienmitgliedern eine Ausnahme festgestellt. Ein 70-jähriger ohne Anzeichen von Alzheimer. Wie alle Familienmitglieder trägt es die Genmutation, die Demenz auslöst. Aber zum Glück als einziger in der Familie auch eine weitere genetische Veränderung, die vor dem Ausbruch von Alzheimer schützt. Somit ist klar, dass es einen endogenen, erblichen Schutz gegen die Krankheit gibt. Die Forscher haben die schützende Genveränderung identifiziert. Dies könnte zu neuen genetisch bedingten Alzheimer-Therapien führen.

Gehirnvolumen schrumpft auf 20 Prozent

95 Prozent der Demenz sind von Alzheimer betroffen, bei dem in einigen Teilen des Gehirns Nervenzellen absterben. Die heutige Forschung geht davon aus, dass die beiden Proteine ​​Beta-Amyloid und Tau für den Tod verantwortlich sind. Diese Proteine ​​werden durch fehlerhafte Abbauprozesse im Gehirn verursacht. Sie lagern sich dort als Plaque ab und führen zum Absterben von Nervenzellen. Das Gehirnvolumen bei Alzheimer-Patienten schrumpft um bis zu 20 Prozent.

Beta-Amyloid-Gehirnablagerungen wurden in den 1980er Jahren von Forschern entdeckt. In den 1990er Jahren wurde der Amyloideffekt durch die Entdeckung dieser Ablagerungen bei der vererbten Alzheimer-Krankheit bestätigt. Die Forscher konzentrierten sich dann auf die Amyloid-These. Zu stark und zu einseitig, wie einige Forscher beklagen, haben andere Forschungszweige zu wenig Unterstützung erhalten. Es ist jedoch nicht zu leugnen, dass Amyloid mit Alzheimer zu tun hat. Ich hoffe für Alzheimer-Patienten daher auf das Anti-Amyloid-Medikament Aducanumab, das die in Schlieren ansässige Firma Neurimmune entwickelt hat. Der Wirkstoff liegt nun in der Verantwortung von Biogen. Im März erklärte sie überraschenderweise, dass sie keine Zulassung von der US-amerikanischen Food and Drug Administration beantragen würde. Vor kurzem folgte die Trendwende: Eine Gesamtanalyse der Studien zeigt, dass eine Genehmigung beantragt wird. Über Aducanumab, das am weitesten fortgeschrittene Projekt, will die Firma Neurimmune nichts sagen. Darüber hinaus sind mehrere andere Medikamentenkandidaten für Alzheimer in der Entwicklung. Biogen kündigte Anfang Dezember eine amerikanische Medienkonferenz mit den neuesten Aducanumab-Ergebnissen an.

Die Schweiz arbeitet mit einer Heilung

Der Wettbewerb untersucht auch: Roche betreibt seit vielen Jahren ein breites Forschungsprogramm bei Alzheimer. "Wir untersuchen Behandlungsmöglichkeiten und -methoden zur Diagnose der Krankheit und ihres Verlaufs", sagt Daniel Grotzky von Roche. "Unser Studienprogramm erstreckt sich über verschiedene Patientengruppen. Dazu gehören sowohl gesunde Patienten mit hohem Demenzrisiko als auch Alzheimer im Frühstadium. Möglicherweise ist die künftige Behandlung von Alzheimer eine Mischung aus vorbeugenden und therapeutischen Wirkstoffen." Roche untersucht nicht nur Amyloid-Methoden, sondern auch Anti-Tau-Medikamente, Entzündungen als Ursache der Alzheimer-Krankheit und über generische Ansätze.

Mehrere Medikamente in der klinischen Forschung

Das Basler Pharmaunternehmen hat mehrere Alzheimer-Medikamente in der klinischen Forschung. Drei davon entfernen das Plaque-Amyloid im Gehirn auf verschiedenen Wegen. Ein weiterer Wirkstoff bekämpft proteinweißes Seil. "Wir haben auch in Europa zugelassene Testmethoden entwickelt, mit denen die Konzentration von Amyloid- und Tau-Proteinen bei Patienten über die Wirbelsäule gemessen und so zur Früherkennung beigetragen werden kann", sagt Grotzky. Digitale Instrumente und Bluttests sind in Entwicklung. Für das Amyloid-Medikament Gantenerumab erwartet Roche abgeschlossene klinische Studienergebnisse, die bis 2022 als Medikament zugelassen werden.


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