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Die Eltern verteidigen sich, nachdem ihre Tochter gezwungen war, in der Schule Strafpapiere für Türkisch zu schreiben



D.Der Fall der Drittklässlerin, die einen Satz schreiben musste, weil sie auf dem Schulhof Türkisch sprach, hat Folgen. Die Familie lehnt die vom Lehrer verhängte Sanktion ab, sagte Heidelbergs Anwalt Yalcin Tekinoglu gegenüber dem Evangelischen Pressedienst (epd). Am Mittwoch reichte er beim Kulturministerium in Baden-Württemberg eine offizielle Beschwerde gegen den Lehrer ein. Dies hatte den Neunjährigen gebeten, das Strafdokument zum Thema “Warum wir in der Schule Deutsch sprechen” zu schreiben. Die Familie möchte sicherstellen, dass die bereits geschriebene Strafarbeit aufgehoben, an die Familie zurückgegeben und nicht in die Leistungsbewertung des Drittklässlers einbezogen wird, sagt Tekinoglu. Außerdem muss man sich fragen, ob ein “deutscher Zwang”

; auf dem Spielplatz illegal ist.

Da sich der Lehrer einer Grundschule in Blumberg, Baden-Württemberg, zunächst weigerte, mit seinen Eltern zu sprechen, wandte sich die Familie an ihn. Im Telefongespräch mit der Mutter begründete die Lehrerin die Sanktionierung des Gebrauchs der türkischen Muttersprache mit ihren “pädagogischen und pädagogischen Freiheiten”. Sie verwies auch auf Schulregeln, nach denen auf dem Schulgelände Deutsch gesprochen werden sollte. Weder dem Schüler noch den Eltern ist eine solche Regelung bekannt, sagte der Anwalt.

Der Regionalrat untersucht das Verhalten der Lehrer

Der Regionalrat untersucht derzeit, ob der Lehrer illegal gehandelt hat. Nach Angaben der Behörde ist die Regel “Wir alle sprechen die deutsche Sprache” Teil der dortigen Klassenregeln und wurde gemeinsam mit den Schülern festgelegt. Im Falle eines Verstoßes sollte auf Anfrage ein Aufsatz zum Thema “Warum wir in der Schule Deutsch sprechen” verfasst werden. Der Regionalrat stimmte auch mit der Erklärung ab, dass ein Gespräch mit den Eltern abgelehnt worden sei. Vielmehr bot die Schule mehrere Diskussionsmöglichkeiten. Nach einem Gespräch wurde auch die Strafarbeit unterbrochen. Die Schulverwaltung “lehnte die Kritik, dass der Fall ein Beispiel für diskriminierende Einstellungen sei, eindeutig ab”.

In der halbseitigen Satzarbeit, die der dritte Grad ohne das Wissen ihrer Eltern gemacht hat, heißt es zum Beispiel: „Sie möchten, dass wir Deutsch sprechen. Die Schulen sind deutsch. Wenn wir Türkisch sprechen, verstehen uns die Kinder nicht. Wir dürfen nicht die Muttersprache sprechen. In einer E-Mail an die Lehrerin schreibt die Mutter, dass ihre Tochter nicht versteht, warum sie kein Türkisch sprechen konnte, obwohl es ein Teil von ihr ist.

Mehr als 100 Sprachen auf deutschen Schulhöfen

Laut Tekinoglu ist Deutschpflicht außerhalb des Klassenzimmers illegal. Er verweist auf eine Erklärung des Kulturministeriums in Baden-Württemberg zum Antrag der AfD “Deutsch als obligatorische Umgangssprache in Schulen” (“Schulhofsprache”) vom Januar 2017. Darin heißt es, dass die Menschenwürde und das allgemeine Persönlichkeitsrecht der Schüler das Recht auf: Sprechen umfassen in einer anderen Sprache außerhalb der Klasse. Die Studierenden können jederzeit – ohne Vereinbarung – entscheiden, nicht in der nichtdeutschen Herkunftssprache zu kommunizieren.

Die Forscher bezweifeln auch die Bedeutung des obligatorischen Deutsch außerhalb des Klassenzimmers. Das schränkt Kinder unnötig ein, sagte die Germanistin Heike Wiese. Auf deutschen Schulhöfen werden mehr als 100 Sprachen gesprochen, und Mehrsprachigkeit ist in menschlichen Gesellschaften die Norm. Die Wertschätzung mehrsprachiger Schüler kommt nicht nur dem Bildungssystem, sondern auch der Gesellschaft zugute, schreibt der Forscher in dem Buch “Deutsche Verpflichtung auf dem Schulhof?”.


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