Home / Wirtschaft / Autogipfel in der Kanzlei: Wird eine neue Kaufprämie die Autoindustrie retten? – Wirtschaft

Autogipfel in der Kanzlei: Wird eine neue Kaufprämie die Autoindustrie retten? – Wirtschaft



Die Autoindustrie ist einer der großen Verlierer in der Corona-Krise.

Die Branche, die in Deutschland als Schlüsselbereich gilt, leidet unter rückläufigen Verkaufszahlen – und unter bereits bestehenden strukturellen Problemen. Der Ausblick ist nicht gerade optimistisch!

Um einen Ausweg aus der Krise zu finden, wird Bundeskanzlerin Angela Merkel am Dienstagabend praktisch mit Vertretern der Automobilindustrie, der Gewerkschaften und der Ministerpräsidenten der Autoländer zusammentreffen. Von 19:00 bis 21:00 Uhr finden Sie per Video Lösungen für die angeschlagene Branche.

Die Premierminister der Autoländer

Niedersachsen, Bayern und Baden-Württemberg gelten als deutsche Autostaaten, da dort die großen Hersteller VW, BMW und Daimler ansässig sind.

Deshalb nehmen ihre Ministerpräsidenten Stephan Weil (SPD), Markus Söder (CSU) und Winfried Kretschmann (Grüne) an der Konferenz in der Kanzlei teil.

Es ist bereits klar, dass es zu diesem Thema keinen politischen Konsens gibt. Die Frage der Kaufboni wird bereits im Voraus kontrovers diskutiert.

Debatte über Kaufprämien für Verbrennungsmotoren

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (45, CSU) will nun auch einen Kaufbonus für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor einführen.

„Auf der Müllkippe stehen viele moderne Fahrzeuge. Sie müssen von der Farm kommen “, begründeten die CSU-Politiker ihre Forderung für Dienstag im Deutschlandfunk mit einer Reduzierung der Pkw-Zulassungen um 20% im August.

Die Verbrennungsmotoren deutscher Automobilhersteller sind “hochmodern”

;. Daher sollte eine Kaufprämie kein Tabu sein. Wenn die Branche weiter in die Krise gerät, wird dies ganz Europa betreffen. Jobs stehen auf dem Spiel.

Die Grüns sehen das ganz anders. Vor der Diskussion von Bundeskanzlerin Angela Merkel auf höchster Ebene mit der Autoindustrie fördern Sie staatliche Investitionen in den Klimaschutz – investieren aber keine Steuergelder in “alte Technologie”.

“Investitionen in Klimaschutz und Automatisierung stärken die Wettbewerbsfähigkeit und sichern Arbeitsplätze in lokalen Industriegebäuden”, sagte der Vorsitzende der Grünen, Anton Hofreiter. „Diese zukünftigen Investitionen benötigen dringend staatliche Mittel. Für alte Technologien können jedoch keine Kaufprämien oder andere Subventionen gewährt werden. “”

Grünen-Fraktionschef Hofreiter vor fordert: Keine Zuschüsse für alte TechnologienFoto: Johannes Neudecker / dpa

“data-zoom-src =” https://bilder.bild.de/fotos/gruenen-fraktionschef-hofreiter-vor-haben-keine-zuschuesse-fuer-alte-technologien-201522061-72793942/Bild/14.bild. jpg “/>

Hofreiter, Vorsitzender der Grünen Gruppe, fordert: Keine Subventionen für alte TechnologieFoto: Johannes Neudecker / dpa

Aber wie schlecht geht es der Branche wirklich?

Viele Unternehmen, insbesondere Zulieferer, haben mit großen Problemen zu kämpfen. Deshalb war vor den Beratungen eine stärkere Unterstützung erforderlich.

Die Automobilindustrie beschäftigt direkt mehr als 800.000 Mitarbeiter in Deutschland.

Fast alle Automobilhersteller und insbesondere deren Zulieferer waren aufgrund der schleppenden Verkäufe einem enormen Kostendruck ausgesetzt. An vielen Orten gibt es noch kurzfristige Arbeitsplätze, Arbeitsplätze sind bedroht oder wurden teilweise bereits ausgebaut. Wichtige Investitionen müssen ebenfalls begrenzt werden.

Im August lagen die Neuzulassungen in Deutschland noch um ein Fünftel unter dem Vorjahreswert. Während des gesamten Jahres 2020 betrug die Reduzierung bis zu 29 Prozent.

Die ersten Verschiebungen zugunsten alternativer Antriebe sind zu erkennen: Während vor kurzem fast drei Viertel der Neuwagen Benzin oder Diesel waren, lag der Anteil der reinen Elektroautos nun bei 6,4 Prozent und der der Hybridautos bei 18,4 Prozent.

Auch im internationalen Vertrieb ist kaum eine Verbesserung in Sicht: Die globale Autowirtschaft ging zurück. Im August gingen die deutschen Autoexporte gegenüber dem Vorjahr um fast ein Drittel zurück.

Der bayerische Ministerpräsident Söder warnt vor Massenunsicherheit in der deutschen Schlüsselindustrie. “Wir brauchen eine Lösung für den Übergang von sehr, sehr gut gefertigten Autos, die heute viel besser für das Klima sind als die, die jetzt unterwegs sind”, sagten CSU-Politiker am Dienstag in der ZDF-Morgenzeitung. “Und wir brauchen auch ein Angebot für Hunderttausende von Jobs, die im klassischen Bereich arbeiten.”

Andernfalls droht “nicht nur Kurzarbeit, sondern irgendwann auch Massenlosigkeit”.

Zahlreiche Neufahrzeuge stehen auf dem ehemaligen Flugplatz Ahorn, NiedersachsenFoto: Mohssen Assanimoghaddam / dpa

“data-zoom-src =” https://bilder.bild.de/fotos/zahlreichen-neufahrzeuge-estand-auf-dem-ehemaligen-flugplatz-ahorn-niedersachsen-201522063-72794740/Bild/2.bild.jpg ” />

Viele neue Fahrzeuge stehen am ehemaligen niedersächsischen Flughafen AhornFoto: Mohssen Assanimoghaddam / dpa

Konzentrieren Sie sich auf die Lieferanten

Auch die Situation bei einer Reihe von Lieferanten steht zunehmend im Fokus. Insbesondere die Kleinen haben Überkapazitäten in der traditionellen Technologie, während für die Umstellung kein Geld zur Verfügung steht.

In einer VDA-Umfrage gaben rund 60 Prozent der teilnehmenden Lieferanten an, aufgrund der Corona-Krise weitere Kürzungen geplant zu haben.

IG-BCE-Chef Michael Vassiliadis betonte, “insbesondere die Zulieferer, die normalerweise nicht über die finanziellen Mittel als Hersteller verfügen”, drohten “unter die Räder zu geraten”. Er schlug einen Schutzschirm vor.

Die grünen Abgeordneten Hofreiter: “Während die Verkaufszahlen der Hersteller langsam aber deutlich wieder steigen, muss unsere Aufmerksamkeit auf die vielen Zulieferer der Branche gerichtet werden”, sagte er. “Die Koronakrise darf nicht zu weiteren Umsiedlungen ins Ausland führen.”

IG Metall und SPD kämpften vor Konsultationen mit Merkel auch um einen staatlichen Investmentfonds, der vor allem mittelständischen Zulieferern in der Automobilindustrie helfen würde.


Source link